BIBLE TAROT
Christ – The Surrender – Karte XII im Bibel Tarot

Karte XII · entspricht „Der Gehängte“ im klassischen Tarot · Phil 2,5–11; Mk 15,21–39

Christ – The Surrender

Loslassen ist nur dann Hingabe, wenn du es frei tust.

Bedeutung in Kürze

Christus klammert sich nicht an seine Macht, heißt es im Philipperbrief. Manchmal löst sich etwas erst, wenn man aufhört, daran zu ziehen. Aber nur, wenn das Loslassen deine freie Entscheidung ist.

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Ausführliche Deutung

Im Philipperbrief steht ein uraltes Lied über Christus: Er „hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an“ (Phil 2,6–7). Er gibt alles auf, was ihm zusteht, und wird ein Mensch wie wir. Paulus zitiert das für eine Gemeinde, in der sich alle darüber streiten, wer wichtiger ist.

Markus erzählt, wie dieser Weg endet. Jesus ist so am Ende, dass ein Fremder sein Kreuz tragen muss. Die Freunde sind weg. Am Kreuz schreit Jesus laut: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mk 15,34). Hingabe heißt hier nicht, still zu lächeln. Der Schmerz wird laut ausgesprochen.

Und ausgerechnet der römische Hauptmann, der die Hinrichtung leitet, sagt danach: „Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!“ (Mk 15,39). Von fern schauen die Frauen zu. Sie sind geblieben, als alle anderen gegangen sind. Was hältst du gerade fest, obwohl es dich mehr Kraft kostet, als es dir gibt?

Umgekehrte Bedeutung

Du klammerst dich an etwas, und die Hände tun schon weh. Oder du opferst dich auf, obwohl niemand das von dir verlangen dürfte. Hingabe ist frei, sonst ist sie keine. Ein Nein kann genauso heilig sein wie ein Ja.

Licht und Schatten

Lichtseite

  • Vertrauen
  • Hingabe
  • Perspektivwechsel
  • Entäußerung

Schattenseite

  • Märtyrerkomplex
  • Passivität
  • Leidensverklärung
  • Selbstverlust

Die biblische Geschichte

Der Philipperbrief enthält einen der ältesten Christushymnen. Er beschreibt eine Bewegung nach unten: Christus, „ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an“ (Phil 2,6f.). Er klammert sich nicht an das, was ihm zusteht. Er gibt Status auf, „ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz“ (Phil 2,8). Paulus zitiert den Hymnus, um eine Gemeinde zu ermahnen, die sich über Rang und Ansehen streitet.

Markus erzählt, was das konkret heißt, und er erspart den Lesern nichts. Jesus ist so geschwächt, dass ein Fremder, Simon von Kyrene, sein Kreuz tragen muss. Die Soldaten verspotten ihn, Vorübergehende schütteln den Kopf. Die Jünger sind geflohen. Um die neunte Stunde schreit Jesus laut: „Eli, Eli, lama asabthani? … Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mk 15,34). Es ist der Anfang von Psalm 22, das Gebet eines Verlassenen.

Dann stirbt er. Und ausgerechnet der römische Hauptmann, der die Hinrichtung leitet, sagt: „Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!“ (Mk 15,39). Die Perspektive kehrt sich um: Gott wird nicht im Triumph erkannt, sondern am Kreuz. Von fern schauen Frauen zu, unter ihnen Maria Magdalena. Sie sind geblieben, als alle anderen gegangen waren.

Fragen zum Nachdenken

  • Was halte ich aus Angst fest?
  • Wo brauche ich Loslassen – und wo eine Grenze?
  • Ist mein Opfer frei gewählt?
  • Welche Klage darf ich laut aussprechen, statt sie zu verschweigen?
  • Welche neue Sicht entsteht, wenn ich die Dinge von unten betrachte?
  • Wer bleibt bei mir, wenn andere gehen – und bei wem bleibe ich?
Impuls für heute: Lass heute eine Sache bewusst los, an der du schon zu lange ziehst – und schau, was dann passiert.